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Die Wahl des Kleibers zum Vogel des Jahres steht f√ľr den Schutz von Buchen und Eichenw√§ldern sowie f√ľr Altbaum- best√§nde √ľberhaupt. Er steht f√ľr einen Lebensraum in Deutschland und Mittel- europa, der ebenso unverzichtbar f√ľr viele andere V√∂gel wie Spechte, Meisen oder Greifv√∂gel ist.

Merkmale: Wird u. a. auch als Spechtmeise bezeichnet.
Die Eigenart seine Nisth√∂hle bis auf einen kleinen Eingang mit Lehm zu zukleben (‚Äěkleibt‚Äú) hat ihm seinen Namen eingebracht.

Er kann als einziger Vogel auch kopfabwärts den Baumstamm hinunterklettern.
Durch seinen langen Schnabel und den kurzen Schwanz hat er eine √Ąhnlichkeit mit den Spechten.
Er ist etwa sperlingsgro√ü. Die Oberseite ist blaugrau, Unterseite mehr oder minder gelblich, die Kehle ist wei√ü. Vom Schnabelgrund l√§uft ein schwarzer Streifen durch das Auge. M√§nnchen  und Weibchen sind fast gleich gef√§rbt.
Männchen mit kastanienbraunen, Weibchen mit blaßbraunen Unterschwanzdecken.
Der Kleiber hat so kr√§ftige F√ľ√üe, dass er beim Klettern auf einen St√ľtzschwanz, wie ihn Spechte und Bauml√§ufer besitzen, verzichten kann.
Der Reviergesang, eine ‚Äěwi wi wi..‚Äú klingende Pfeifstrophe unterschiedlicher L√§nge, ist weit zu h√∂ren.

 Lebensraum: Dieser ruffreudige und lebhafte Klettervogel bewohnt am liebsten Laub‚Äď und Mischw√§lder, Alleen aber auch in G√§rten und Parks mit alten B√§umen.
H√∂hlenbr√ľter, der auch Nistk√§sten annimmt, aber h√§ufig vor allem alte Spechth√∂hlen bezieht; die H√∂hleneing√§nge vermauert er mit Erde und Speichel, um nur eine seinem K√∂rperdurchmesser entsprechend gro√üe √Ėffnung zu belassen, damit Raubzeug ferngehalten wird. Die Klebearbeiten werden fast ausschlie√ülich vom Weibchenausgef√ľhrt. Durch das Kleben wird aber nicht nur ein gro√üer H√∂hleneingang verengt. Vielmehr werden von innen in der Bruth√∂hle alle scharfen Kanten, Ritzen oder auch Spalten verklebt, im Nistkasten auch rechtwinklige Ecken zwischen aufeinander sto√üende Seiten. Nistk√§sten lassen sich durch das Verkleben meist nicht mehr √∂ffnen.

 Fortpflanzung: Baut kein eigentliches Nest, sondern beide Partner tragen nur feine Rindenst√ľcke, vornehmlich Spiegelrinde der Kiefer, oder trockenes Laub mit einigen Holzst√ľckchen als Unterlage f√ľr das Gelege ein.

 Bruten: Infolge der langen Nestlingszeit erfolgt nur eine Brut.

 Eier: 6 ‚Äď 9 milchwei√üe Eier mit rostroten Flecken, die am stumpfen Pol verdichtet sind.

Brutdauer: DasWeibchenbr√ľtet 14 ‚Äď 18 Tage.

 Nestlingszeit: 24 bis 26 Tage; ein 13 Tage alter Kleiber ist noch halb nackt, w√§hrend junge Amseln in diesem Alter bereits das Nest verlassen.

 Nahrung: Insekten und andere Kleintiere, die auch aus Rinden, Spalten und unter abstehenden Rinden hervorgeholt werden; verschiedene √∂lhaltige S√§mereien wie Hanf und Sonnenblumenkerne. Legt besonders gern Vorratskammern an. Kommt im Winter an die Futterstelle.

 Zug: Stand- und Strichvogel ‚Äď ist im Winter oft mit Meisenschw√§rmen an unseren Futterstellen anzutreffen. Doch kommen auch in Mitteleuropa gelegentlich Wanderungen √ľber gr√∂√üere Entfernungen vor, die den Charakter von Invasionen tragen.

 Schutzma√ünahmen: Die Erhaltung von Altholzinseln, die F√∂rderung artenreicher Mischw√§lder und das Stehenlassen alter, ehrw√ľrdiger B√§ume mit Totholzanteilen und rauer Rinde sind ganz konkrete Schutzma√ünahmen, die auch dem Kleiber zugute kommen.

 

Letztes Update: Sonntag, 3. September 2017