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Sauberes Wasser, naturnahe Bäche, unverbaute Flüsse und Seen sowie artenreiche Talauen sind das Domizil des Eisvogels. Obwohl der Eisvogel seit 1973 das zweite Mal als Jahresvogel gekürt wurde, sind die Forderungen an den Lebensraum von damals immer noch aktuell.
Es ist schon ein Erlebnis für den Beobachter, wenn er den auch als „fliegender Edelstein“ bezeichneten Vogel einmal in der Natur sehen kann.
Mit seinen 16 cm Größe ist er nur wenig größer wie ein Sperling

(14,5 cm).
Neben seiner Buntheit – eine leuchtend blaugrün metallische Oberseite und der rost-braunen Unterseite – fällt besonders der lange Schnabel und der kurze Schwanz auf.

Auch wenn vielerorts die Gewässer sauberer geworden sind, fehlen sandig-lehmige Steil-

wände an den Ufern, in die er seine bis zu 1,00 m tiefe  Brutröhre, an deren Ende sich ein backofenförmiger Brutraum befindet, gräbt. Der Durchmesser der Brut-röhre beträgt 5 bis 6 cm. Ohne das Eintragen von Nist-material werden 6 bis 7 kurzovale porzellanweiß-glänzende Eier abgelegt. Lediglich Fischschuppen und –gräten dienen als Unterlage.
Von Ende April bis Juni werden zwei Jahresbruten durchgeführt.
In 18 – 21 Tagen werden die Eier von beiden Partnern ausgebrütet.

Interessant ist die Fütterung der Nestjungen. Im Halbdunkel der Höhle können die Altvögel nicht erkennen welcher Junge bereits Futter erhalten hat. Das bereits gefütterte Junge rückt nach hinten und lässt ein anderes an seine Stelle. So rücken die Vögel bei jedem Anflug der Eltern karusselartig weiter und werden alle gesättigt.
Nach 23 – 27 Tagen fliegen die matt gefärbten kleinen Eisvögel aus und werden noch einige Tage von den Altvögeln versorgt.
Außer dem Ehepartner dulden Eisvögel ihresgleichen nicht in der Nähe und vertreiben Nahrungskonkurrenten mit schrillen Rufen und Verfolgungsjagden. Durch das durchdringende „Tiet-tiet“, das er während seines rasanten Fluges flach über der Wasserfläche ausstößt, macht der Vogel meist überhaupt erst auf sich aufmerksam. Denn trotz seiner Farbenpracht (sein Name rührt von althochdeutsch „eisan“= schillernd her) versteht er es, auf seinen Ansitzplätzen fast unsichtbar zu bleiben.
Bei der Nahrungssuche sitzt der Eisvogel gewöhnlich am Ufer fließender Gewässer im Geäst, von wo aus er kopfüber nach Nahrung taucht. Neben kleinen Fischen zählen auch Krustentiere und Wasserinsekten zu seiner Nahrung.

In extremen Wintern, wenn alle Wasserflächen längere Zeit zugefroren sind, besteht die Gefahr, dass die Eisvögel verhungern. Bis sich die Populationen wieder einigermaßen erholt haben, vergehen

mehrere Jahre.

Wollen wir dem Eisvogel dauerhaft eine Heimat bieten, brauchen wir lebendige Flüsse.

Diese Lebensräume sind in Deutschland trotz mancher Fortschritte im Gewässerschutz immer noch Mangelware!

 

 

Letztes Update: Sonntag, 3. September 2017