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Mit der Wahl des Kormoran wurde eine sehr umstrittene Vogelart zum Vogel des Jahres 2010 gewählt.
Kormorane wurden vom Menschen seit alters her erbittert verfolgt und zwar aus drei Gründen:
Erstens: Sie sind Fischjäger und somit Nahrungskonkurrenten des Menschen.
Zweitens: Sie bringen ihre Nistbäume in wenigen Jahren durch ihren scharfen Kot zum Absterben, und
Drittens: Dort wo sich Kormorane ansiedeln, entstehen schnell große Kolonien von manchmal mehr als tausend Paaren.

Kormorane sind Schwimmtaucher. Sie werden mit 90 cm etwa gänsegroß und haben eine Flügelspannweite von 145 cm. Typisch für den  schwarzglänzenden Kormoran ist sein kreuzförmiges Flugbild. Er besitzt ein weißes Kinn und einen weißen Fleck an den Schenkeln.
Charakteristisch ist auch die Hakenspitze am Schnabel, mit der er Fische besser ergreifen kann.

Beim Schwimmen liegt sein Körper tief im Wasser; gleichzeitig hält er den Schnabel schräg nach oben.
Im Unterschied zu Enten und anderen Wasservögeln wird beim Kormoran das Gefieder beim Tauchen nass. Deshalb nehmen die Kormorane nach
jedem Aufenthalt im Wasser für kürzere oder längere

Zeit eine charakteristische Trockenhaltung ein. Dann sitzen sie mit halbgelüfteten Flügeln gern auf Pfählen, kahlen, aus dem Wasser ragenden Bäumen oder auch am Strand.
Sie nisten gewöhnlich in größeren Kolonien und schlafen auch im Winterhalb-jahr gern gesellig in Schlafbäumen. Auch auf Jagd gehen sie oft gemeinsam. Zum Nestbau verwenden sie Zweige und polstern die Nestmulde mit Schilf und anderen aus dem Wasser gefischten Pflanzenteilen aus. Der bevorzugte Nist-standort sind hohe Bäume bzw. Baumgruppen, auf Inseln können sie aber auch auf dem Boden nisten.
Durch den Kot der Vögel sterben die Horstbäume nach einigen Jahren ab.
Oft brüten die Kormorane in gemischten Kolonien mit Graureihern.
Beide Eltern bauen und brüten.

Kormorane brüten nur einmal im Jahr. Es kann nach Störungen und Verlust des Geleges zu einem Nachgelege kommen.
Meistens werden 3-4 Eier in einem Abstand von 2-3 Tagen gelegt. Sie sind hellblau mit kalkigem weißen Überzug.
Die Brutdauer beträgt 23-24 Tage.
Etwa sieben Wochen beträgt die Nestlingszeit der Jungen.
Deren Füße entwickeln sich rasch und die Jungen können schon vorzeitig auf dem Horstbaum herumklettern. Mit zwei Monaten sind sie dann voll flugfähig und nach einem weiteren Monat sind sie selbstständig.
Erst im Alter von gut drei Jahren werden die Jungen geschlechtsreif.

Jahrzehntelang war der Kormoran durch die intensive Verfolgung durch Fischer und Angler aus Deutschland verschwunden. Erst nach seinem konsequenten Schutz durch die EG–Vogelschutzrichtlinie von 1979 leben heute in Deutschland wieder rd. 24.000 Brutpaare, davon mehr als die Hälfte in großen Kolonien nahe der Küste.

Die insbesondere von Fischereiverbänden immer wieder geforderte massive Bestandsreduktion dieser Vogelart auf nationaler und europäischer Ebene, selbst in Schutzgebieten, ist weder ökologisch noch ethisch zu begründen und zu verantworten. Der Naturschutzbund setzt sich dafür ein, dass der Kormoran als natürlicher Bestandteil der Gewässerfauna akzeptiert wird.
An Fischzuchtanlagen bzw. in Zentren der Teichwirtschaft können gebiets-weise Probleme durch den Kormoran auftreten. Dort müssen gemeinsam vor Ort Lösungen gefunden werden, wirtschaftliche Schäden durch Kormorane

zu verhindern, ohne den natürlichen Bestand dieser Vogelart erneut zu gefährden.

Kormorane kann man zum Fischfang einsetzen. In Ostasien wird diese Art von Fischfang heute noch für Touristikzwecke gepflegt. Die Vögel sitzen an langen Leinen auf dem Fischerboot, und um ihren Hals wird ein enger Ring gelegt, so dass sie die Beute nicht verschlucken können. Der Fischer fährt bei Nacht zum Fang aus und lockt die Fische durch den Schein von Fackeln bis an das Boot, wo sie dann von den Kormoranen erbeutet werden. Gegen Ende der Fangnacht wird der Halsring entfernt, und die Vögel können für ihren Eigenbedarf fischen. In Mazedonien ist diese Fischerei heute noch in Anwendung.

 

 

 

 

Letztes Update: Sonntag, 3. September 2017