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Am 8.10. 2010 ging folgende Meldung über die Nachrichten – Ticker:

  + + + GARTENROTSCHWANZ – Vogel des Jahres 2011 + + +

Selten ist er geworden, unser farben-prächtiger Gartenrotschwanz. Verschiedene Umstände haben leider seinen Rückgang beschleunigt. Bewohnte er früher vorrangig alte Apfel- und Birnbaumbestände, wo er auch die ihm zusagenden Nistplätze fand - meistens wurde das Nest in einem ausgefaulten Astloch angelegt.
Alte Baumbestände sind leider eine Seltenheit geworden.

Flurbereinigung und Agrarchemie haben das ihrige zu seinem Rückgang beigetragen. Leben heute geschätzte 110 000 bis 160 000 Brutpaare in Deutschland, so waren es vor etwa 30 Jahren noch etwa drei- bis viermal so viele.
Abhilfe könnte geleistet werden durch die gezielte Aufhängung von künstlichen Nistkästen für den Gartenrotschwanz.
Ein wichtiger Umstand sollte dabei allerdings beachtet werden. Als Zugvogel kehrt diese Vogelart erst Mitte bis Ende April wieder zu uns zurück. Zu dieser Zeit sind aber meistens die angebotenen Nistkästen durch andere Höhlenbrüter bereits belegt und nur schwerlich findet der Gartenrotschwanz noch einen freien Nistplatz. Deshalb sollte der Nistkasten für den Gartenrotschwanz erst um den 20. April aufgehängt werden.
Bevorzugt werden Nistkästen mit einem ovalen Flugloch mit den Maßen 70 x 40 mm.

Während Brust, Bürzel und Schwanz des Männchens rostrot gefärbt sind, sticht das schwarze Gesicht mit der leuchtend weißen Stirn hervor. Das un-scheinbare Weibchen ist oberseits verwaschen graubraun, auf der Unterseite hellrotbraun gefärbt.
Auffallend ist auch das Verhalten des Gartenrotschwanzes: Er knickst und wippt sehr schnell und häufig mit dem Schwanz.

Das Nest, welches allein vom Weibchen gebaut wird, ist ein lockerer Bau aus dürren Blättchen, Halmen und Wurzeln. Die Nestmulde ist mit Tierhaaren und Federn ausgepolstert. Auch die Bebrütung des aus 5 bis 8 Eiern bestehenden Geleges erfolgt allein durch das Weibchen. Die Farbe der Eier ist einfarbig grünblau. Wenn nach 13 bis 15 Tagen die Jungen

ausgeschlüpft sind, beginnt für die Eltern die Sorge um die Ernährung der ewig hungrigen Jungvögel. Beide Altvögel fliegen unermüdlich umher und bringen junge Rauben, Schmetterlinge, Baumwanzen, Käfer und andere Insekten, die sie sehr geschickt auch im Flug fangen. Nach 12 bis 16 Tagen verlassen die Jungen das Nest, und bald nachdem sie sich selbständig gemacht haben, beginnen die Altvögel mit dem Bau eines neuen Nestes für ihr zweites Gelege.

Gelegentlich legt auch der Kuckuck sein Ei in das Nest des Gartenrotschwanzes, vorausgesetzt der Nestzugang ist nicht zu eng.
Als zusagender Biotop sind baumbestandene Flächen absolut notwendig. Wobei der Nistkasten bevorzugt an alten Bäumen aufgehängt werden sollte.



Mit einem Klick auf dieses Bild
können Sie sich eine Bauanleitung
für diese raubzeugsichere Höhle
ausdrucken.

Letztes Update: Sonntag, 3. September 2017